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Angewandter Change-Prozess. Oder: Die Zeitschleife

 

Ein angewandt-philosophischer Film ist für mich nach wie vor: ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ und seine Frage nach der lebenslänglichen Zeitschleife. Wie lange müssen sich die Dinge eigentlich wiederholen, bis ich meine Aufgabe nicht nur verstehe, sondern auch umgesetzt kriege?

 

Im worst case würde es wohl lauten: nicht mehr in diesem Leben. Auch ok, dann halt im nächsten. Es ist ja nie zu spät - wenn die mit der Wiedergeburt Recht behielten. Was also, wenn ich es in diesem Leben nicht mehr schaffe, die mir zugedachte Aufgabe zu lösen? Wenn der Wecker weiterhin um 5:59 Uhr das immergleiche Lied spielt?

 

Bekomme ich dann im nächsten Leben dieselbe Aufgabe noch einmal - oder nur die gleiche, mit veränderten Bedingungen? Und weil die Zeitschleife sich auch dann weiterdreht, womöglich als Downgrading-Prozess? Oder bin ich Optimist:in und glaube ans Upgrading: VIP Class? Damit es im nächsten Leben schneller läuft?

 

Raus aus der Zeitschleife?

 

Reines Schön-Denken hilft nicht, das hat Gabriele Oettingen in ihren Feldversuchen nachgewiesen. Wenn man sich nur das Blaue vom Himmel wünscht, dann sinkt sogar die Chance, dass man das Erhoffte auch umsetzt.

 

Doch wie setzen wir unsere Aufgaben und Wünsche jetzt um? Es hilft eine Art Realitäts- und Gefahrenhürde einzubauen. Wie das genau geht, hat Gabriele Oettingen konkret mit der WOOP-Methode entwickelt.

 

Die vier Buchstaben WOOP stehen für:

  • Wish (Wunsch)
  • Outcome (Ergebnis)
  • Obstacle (Hindernis)
  • Plan

 

Wir, oder besser: Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Wenn wir in unseren Routinen bleiben, dann werden wir dafür mit körpereigenen Wohlfühl-Substanzen belohnt und das ist erst einmal angenehm. Damit wir aber etwas aufgeben, muss schon was richtig Verlockendes am Horizont leuchten. Nur dann denken wir überhaupt daran, unsere Komfortzone aufzugeben und unsere warmen Plätze hinterm Ofen zu verlassen.

 

Doch selbst wenn der Ofen schon aus, das Feuer praktisch verloschen, reicht die Hoffnung auf ein Arkadien nicht aus. Was also braucht es, damit wir uns auf den Weg zu anderen Ufern machen und dabei auch Kurs halten?

 

Gegenwind macht munter

 

Damit wir das ferne Ziel nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch ansteuern, hilft es, sich dies vor Augen zu führen, es bunt in seinen schönsten Farben auszumalen. Aber - und hier unterscheiden sich die guten Segler auf See, von besten zu Land - mit allen Gefahren, Klippen und Umwegen.

 

Und wenn wir das alles durchgespielt haben und das Ziel immer noch fest im Blick haben, können wir uns raus aufs große Meer, auf die große Fahrt machen.